TASTENGARNIERUNG

Als Tastengarnierung werden die roten oder auch braunen Filze beschrieben, die sich sowohl oben als auch unten in der Taste befinden. Sie dienen dazu, die Taste sauber und fest zu führen, sodass möglichst wenig seitliches Spiel entsteht. 

Eine ausgeschlagene Tastengarnierung ist mit die am häufigsten auftretende Ursache für ein unpräzises Spielgefühl und wird von meinen Kunden auch gerne als „klapprige Tastatur“ beschrieben. Wenn du dir nicht sicher bist, in welchem Zustand die Tastengarnierung in deinem Piano ist, versuche die Taste ohne Kraft zu den Seiten zu bewegen (Video siehe unten). Minimales Spiel ist erlaubt.

Die Überholung der Tastengarnierung ist ein wichtiger Bestandteil der Restauration wenn es darum geht, ein neuwertiges Spielgefühl zu erzeugen. Mit neuen Tastenfilzen spielt sich die Tastatur butterweich.

Der Aufwand ist hierbei jedoch vergleichsweise hoch. Die Filze werden (je nach Modell) erst ausgedampft oder mit Lösemittel entfernt. Wenn die Tasten getrocknet sind, werden sie an den Klebestellen gereinigt und ggf. geschliffen. Anschließend werden testweise Klebungen durchgeführt um die optimale Stärke des neuen Filzes als auch des Garnierungsblocks zu bestimmen. Dann folgt die eigentliche Klebung des Filzes, bei der spezielles Schneidewerkzeug die Arbeit erleichtert. Nachdem der Filz eingebracht wurde, werden Kleberückstände entfernt.

Ist die Arbeit getan werden die Tasten in den Tastenrahmen eingepasst. Dazu wird die Taste eingesetzt und geprüft, ob sie von alleine herunterfällt. Ist dies nicht der Fall, wird der Filz mit einer Garnierungszange geweitet.

Die Überholung der Tastengarnierung geht in meiner Werkstatt in der Regel einher mit dem Geradelegen der Tastatur, sowie Einstellen des Tastentiefgangs und dem Ersetzen der Pedestalfilze. Durch die Kombination dieser drei Schritte wird ein neuwertiges Spielgefühl wieder hergestellt, welches nichts mehr mit dem zu tun hat, was einige von einem Rhodes normalerweise erwarten.



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